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Marc van der Heijden ist ein Vorreiter im Bereich der Kreislaufwirtschaft in der Möbel- und Einrichtungsbranche und wurde als „Circular Hero“ nominiert. Mit seinem Unternehmen TRIBOO entwickelt er Möbel und Büroeinrichtungen aus Restströmen und recycelten Materialien – Produkte, die zudem vollständig wiederverwendbar sind. Seine Mission ist es, Abfall nicht länger als Kostenfaktor zu betrachten, sondern als Rohstoff für eine neue Generation von Kreislaufprodukten.
Diese Vision brachte ihm eine Nominierung als „Circular Hero“ ein, die von Ben van Elk von Dekker Zevenhuizen eingereicht wurde. Laut Van Elk gehört Van der Heijden zu den engagiertesten und innovativsten Unternehmern im niederländischen Kreislaufwirtschaftssektor.
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Van der Heijden ist ursprünglich Logistiker. Dieser Hintergrund prägt nach wie vor seine Denkweise. „Ich achte nicht zuerst auf Ästhetik, sondern auf Materialströme“, sagt er. „Wie kann man von Kosten zu Wert gelangen? Wie kann man Abfall in Rohstoffe verwandeln, die man immer wieder verwenden kann?“ Vor zehn Jahren gründete er TRIBOO mit dem Ziel, Restströme aus verschiedenen Industriezweigen als Grundlage für neue Materialien und Produkte zu nutzen. Kunststoffe und Naturfasern wie Hanf, Eiche sowie Papier- und Kartonabfälle werden mithilfe revolutionärer Innovationen und bahnbrechender Techniken in vielbeachtete Möbel, leichte Möbelplatten und komplette Büroeinrichtungen verwandelt. Ein wichtiger Grundsatz ist, dass alle Materialien sicher und wiederverwertbar sind. „Viele bestehende Produktionsketten enthalten Stoffe, die eine Wiederverwendung erschweren. Dann bleibt Abfall ein Kostenfaktor. Wir entwerfen Produkte so, dass die Rohstoffe wiederverwendet werden können.“
Die Nominierung durch Van Elk hat eine lange Vorgeschichte. Die beiden lernten sich vor etwa acht Jahren bei einer Veranstaltung zum Thema Kreislaufwirtschaft kennen. Diese zufällige Begegnung führte zu einer – mittlerweile jahrelangen – intensiven Zusammenarbeit. Für das Dekker Trend Centre entwickelte TRIBOO kurz nach dem Treffen der beiden Herren unter anderem die weltweit größten 3D-gedruckten Töpfe für fünf Meter hohe Bäume. Später folgten weitere Experimente, darunter eine 3D-gedruckte Badewanne, die innerhalb von zwei Wochen von der Idee bis zum Prototyp realisiert wurde. Die Zusammenarbeit vertiefte sich weiter, als TRIBOO die Exklusivrechte für die leichte #greengridz-Möbelplatte erhielt, um Schreibtisch- und Tischplatten sowie Möbelanwendungen auf den Markt zu bringen, und sich anschließend auf dem Gelände von Dekker Zevenhuizen niederließ. Dort arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an kreislauffähigen Anwendungen, unter anderem für die Möbel- und Küchenbranche.
Ein wichtiger Grundsatz hinter den TRIBOO-Produkten ist, dass Materialien niemals endgültig aus dem Kreislauf verschwinden. Van der Heijden spricht lieber von einer Rohstoffbank. „Und wir wollen unsere Materialien auch gar nicht loswerden. Deshalb bewegen wir uns immer mehr in Richtung Möbelabonnements. Aus demselben Grund zahlen wir fünf Euro pro Kilo zurückgegebenen Möbeln. So gewinnen wir die Rohstoffe zurück, die wir ohnehin wieder benötigen.“ Alle Produkte von TRIBOO werden mit Blick auf die Wiederverwendung entworfen. Viele Teile werden mittels 3D-Drucktechnologie hergestellt. Das ermöglicht es, Materialien zu zerkleinern und erneut zu drucken. TRIBOO entscheidet sich dabei bewusst für zu 100 % recycelte Rohstoffe.“
Neben zirkulären Materialien liegt der Schwerpunkt auf digitaler Produktion und Vertrieb. Entwürfe werden über die von TRIBOO entwickelte digitale Möbelvertriebsplattform geteilt und vor Ort mit großformatigen 3D-Druckern hergestellt. So müssen Möbel nicht mehr physisch um die Welt transportiert werden und sind in einer Millisekunde am Bestimmungsort. „Wir halten keine Lagerbestände vor und drucken erst, wenn wir eine Bestellung erhalten – egal aus welchem Land der Welt. Das gilt auch für unsere Entwürfe, die in anderen Ländern vor Ort gedruckt werden. Für unsere Möbel ist also kein Transport erforderlich.“ Dieses Prinzip hat erhebliche Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck der Möbelindustrie. In jüngsten Projekten hat sich gezeigt, dass TRIBOO-Lösungen bis zu 60 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursachen können als herkömmliche Produkte. „Bei vielen Unternehmen geht es immer noch darum, mehr zu tun. Mehr Holz verkaufen, mehr recyceln, mehr trennen und mehr fahren. Wir wollen das Gegenteil. Das Abfallproblem verringern, indem wir weniger Material verwenden, weniger trennen und weniger fahren, damit die Auswirkungen auf die Umwelt und der CO₂-Fußabdruck sinken.“
Obwohl TRIBOO schnell wächst und mittlerweile auch in Ländern wie Belgien und Dänemark Niederlassungen unterhält, betont Van der Heijden, dass zirkuläre Innovation niemals von einer einzigen Partei verwirklicht werden kann. „Niemand kann das alleine schaffen. Man braucht Designer, Hersteller, Lieferanten und Kunden, die gemeinsam etwas verändern wollen.“ Genau diese Zusammenarbeit sieht er als Schlüssel zu einer Kreislaufwirtschaft. „Ich setze mich für den Wandel ein, bei dem Rivalität der Zusammenarbeit weicht.“ Mit dieser Einstellung – und mit greifbaren Produkten, die zeigen, dass Abfall ein wertvoller Rohstoff sein kann – hat sich Marc van der Heijden – mit und dank seines Netzwerks – zu einem herausragenden Pionier in der Kreislaufwirtschaft der Möbelbranche entwickelt.